Eine schwere Hitzewelle in Europa forderte diesen Sommer mindestens 35.000 Todesopfer. Forscher werten die Katastrophe als Warnsignal für Afrika, da sich ein stärkeres El-Niño-Wetterphänomen ankündigt.1
Ein sogenannter Super-El-Niño, eine der stärksten Ausprägungen dieses Klimazyklus, wird für den Südhalbkugel-Sommer erwartet und weckt Sorgen um ohnehin gefährdete Regionen, darunter Afrika.1
Was diesen Sommer geschah
Auch Indien wurde von Hitzewellen getroffen, in Indonesien breiteten sich Waldbrände aus, und in Nepal löste Gletscherschmelze eine Flutkatastrophe aus, berichtet Dhesigen Naidoo, wissenschaftlicher Mitarbeiter im Climate Risk and Human Security Project am Institute for Security Studies (ISS), einer politischen Forschungsorganisation mit Sitz in Pretoria, Südafrika.1
Der Juli 2026 war der heißeste je gemessene Monat und stellte damit den Rekord vom Juli 2024 ein. Im darauffolgenden Monat wurden zudem die höchsten je erfassten Meeresoberflächentemperaturen registriert.1
Diese Kombination ist bedeutsam, weil sowohl wärmere Ozeane als auch wärmere Luft der Atmosphäre zusätzliche Energie zuführen, ein Treiber für Wetterextreme.1
Zudem markierten Juni und Juli 2026 die heißeste Zweimonatsperiode in Europa seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.3
Auch die USA (Festland) verzeichneten im Juli ihren heißesten Monat seit Messbeginn, und Südkorea meldete seine bislang höchste je gemessene Temperatur.3
Warum es Europa besonders trifft
Europa erwärmt sich schneller als jeder andere Kontinent der Welt und liegt beim Tempo der regionalen Erwärmung nur hinter der Arktis.3
Veränderungen der Wettermuster in Kombination mit der globalen Erwärmung könnten erklären, warum Europa so häufig von extremer Hitze heimgesucht wird.5
Ausblick auf 2027
Wissenschaftler richten den Blick bereits auf 2027: Das aktuelle El-Niño-Ereignis dürfte die globalen Temperaturen im kommenden Jahr stärker beeinflussen als in diesem.3
Die Lehre aus der Hitzewelle und dem aufziehenden El Niño ist eindeutig: Klimarisiken hängen zunehmend zusammen, während die Reaktionen darauf gefährlich fragmentiert bleiben, heißt es in einem auf Fairplanet veröffentlichten Kommentar.4
Afrikas Energiewende gewinnt an Dringlichkeit
Forscher argumentieren, dass der drohende Super-El-Niño Afrikas Abkehr von fossilen Energieträgern hin zu einem von erneuerbaren Energien dominierten Energiemix dringlicher macht.
Naidoo sieht in der europäischen Krise ein Warnsignal dafür, dass der Globale Süden, allen voran Afrika, überproportional unter den Wetterextremen leidet, die sich im Vorfeld des erwarteten Super-El-Niño aufbauen.1
Was als Nächstes zu beobachten ist
Ob sich der Super-El-Niño tatsächlich wie prognostiziert im Südhalbkugel-Sommer entwickelt, wird darüber entscheiden, wie schwer die nächste Welle aus Hitze, Dürre und Überschwemmungsrisiko gefährdete Regionen trifft.1
Prüfen Sie die Wettervorhersage für Ihre Stadt, um extremer Hitze und veränderten Jahreszeiten immer einen Schritt voraus zu sein.